Soulmates

Wenn sie im Fernsehen oder in Reportagen früher Menschen gezeigt haben, die davon sprachen, Seelenverwandte zu sein, habe ich das immer belächelt. Ich konnte mir einfach nicht vorstellen, dass es so etwas wirklich gibt. Diese besondere Verbindung zwischen zwei fremden Menschen… Es gibt sogar lustige Tests im Internet, die einem angeblich sagen, ob man seinen Seelenverwandten gefunden hat. Dabei stellen sie einem Fragen wie „Denkst du, ihr seid seelenverwandt?“, „Denkt ihr oft an Dasselbe? Oder sagt manchmal sogar Dasselbe?“. Natürlich hatte ich es schon erlebt, dass man mal in einem Moment das Gleiche sagt. Meine damalige beste Freundin und ich hatten immer mal wieder den gleichen Gedanken. Aber das war auch nicht so verwunderlich, schließlich teilten wir Interessen wie Musik, Lyrics und Bücher. Es passierte, dass man dann auch mal zur gleichen Zeit an das gleiche Lied denkt, die gleiche Zeile zitiert. Nichts, was ich als etwas Besonderes empfand, eher als natürliche Schlussfolgerung unserer Gemeinsamkeiten. Es war lustig, aber seelenverwandt waren wir deshalb noch lange nicht, oder es ist längst nicht so besonders wie alle behaupten… Ich glaubte einfach nicht an dieses Konzept.

Lange habe ich dem Begriff daher auch keine Gedanken mehr geschenkt.. bis ich auf ihn traf. Wir haben uns von Anfang an gut verstanden, teilten Interessen und waren uns sehr ähnlich im Denken. Reden und Zuhören. Schweigen und Verstehen. Ich fühlte mich geborgen, fühlte irgendetwas Besonderes zwischen uns, für das ich keine Worte fand. Wie soll man etwas erklären, was so unglaublich ist, so unwirklich, wenn man es selbst nicht erlebt? Es war eine Verbindung, die ich so noch nicht erlebt habe und nie wieder erleben werde. Kann man noch von Zufall sprechen, wenn es so viele Momente gibt, in denen wir die Gedanken teilen? Gedankensprünge erleben, die ohne Vorwarnung kommen und uns zum gleichen Ziel führen? Wir den ganzen Tag nicht kommunizieren und dennoch die gleichen Gedanken verfolgen? Passiert es einmal, oder zweimal, sprechen wir sicherlich noch von Zufällen, aber wenn es so oft passiert, man das Gefühl hat, nichts sagen zu müssen, weil der andere bereits weiß, was man denkt.. dann kann ich nicht mehr von Zufall sprechen. Dann muss es eine andere Erklärung geben. Selbst wenn uns tausend Kilometer trennen, spürt er, wenn es mir nicht gut ist, weiß ich, wenn seine Gedanken um etwas kreisen, ihn etwas beschäftigt. Manchmal ist es wirklich beängstigend, weil man selbst keine Erklärung hat. Aber gleichzeitig gibt es einem ein unglaublich schönes, beruhigendes Gefühl. Eine tiefe Nähe, die einfach da ist. Ich glaube nicht, dass sich so etwas entwickeln kann. Hat man seinen Seelenverwandten gefunden, dann weiß man es.

 

Du ergänzt mich zum Ganzen, gibst meinen Leben einen Sinn. Ich war mein Leben lang auf der Suche, auf der Suche nach dir. Jetzt habe ich dich gefunden, endlich bist du hier. Ich war mein Leben lang, auf der Suche nach dir. Du bist alles, was ich liebe, endlich bist du hier.

Zeitverschiebungen

Wusstest du, dass es früher an nahezu jedem Ort eine eigene Ortszeit gab, die sich nach der Sonne richtete und mithilfe der Sonnenuhr bestimmt wurde?

So konnte es passieren, dass es in Köln zur gleichen Zeit 12:25 Uhr war, während es in Berlin erst 12 Uhr war. Im Zuge der Einführung der Eisenbahn Mitte des 19. Jahrhunderts, wurden die unterschiedlichen lokalen Uhrzeiten jedoch zu einem Problem.. Bei der Gestaltung von Fahrplänen trafen die Eisenbahngesellschaften aufgrund der verschiedenen Ortszeiten auf immense Schwierigkeiten, weshalb der Bedarf nach einer normierten Zeit wuchs. Und so kam es, dass sich ein schlauer Mann namens Sir Sandford Fleming Gedanken machte, um eine Lösung für dieses Problem zu finden. Und die fand er.. seit 1884 wird die Erde nämlich in 24 Zeitzonen aufgeteilt. Seither besteht jede Zeitzone aus 15 Längengraden, die eine Verschiebung von einer Plusstunde zu den benachbarten Zeitzonen im Osten und einer Minusstunde zu den benachbarten Zeitzonen im Westen aufweisen.

Normalerweise nimmt man die unterschiedlichen Zeitzonen nicht wirklich wahr. Zumindest habe ich mir in der Vergangenheit nicht so viele Gedanken darübergemacht. Man weiß, dass Amerika hinterherhängt und Sydney uns einige Stunden voraus ist. Und auch obwohl einer meiner Freunde seit fast 2 Jahren in Dubai (+ 2 Stunden) lebt, habe ich erst jetzt gemerkt, wie merkwürdig diese Zeitverschiebungen doch sind. Natürlich kann es daran liegen, dass sie jetzt noch extremer sind. Aber ist es nicht merkwürdig, wenn man gefühlt einen Tag voraus ist? Ich habe immer das Gefühl, dass das so ein bisschen ist, wie einmal Vergangenheit/ Zukunft und zurück. Wenn mein Tag beginnt, gehen andere ins Bett. Wenn ich Feierabend habe, beginnt woanders erst der Tag. Ich lebe bereits im Montag, während woanders noch Sonntag ist und frage mich, was die Wirklichkeit ist. Ist es Montag oder Sonntag?

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Fühlen wir uns in bestimmten Zeitzonen vielleicht sogar wohler, als in anderen? Wenn man aufgrund eines Urlaubes auf einmal neun Stunden zurück lebt und beispielsweise besser schläft, als in der regulären Zeitzone, oder einfach einen besseren Tagesrhythmus hat.. sagt das etwas über uns aus? Beschreibt diese Zeitzone dann unsere eigentliche Wirklichkeit, während wir in der anderen Zeit voraus oder hinterher leben

Über Fernbeziehungen und Distanzen

Man hört immer wieder, dass Fernbeziehungen ihre ganz eigene Dynamik haben, Betroffene sprechen oft davon, dass ihre Beziehung dadurch so viel stärker und positiver verläuft, als wenn sie zusammen leben würden. Ich persönlich kann mir das nicht vorstellen. Möchte man nicht täglich neben seinem Partner einschlafen? Wissen, dass er am nächsten Tag da ist, wenn man wieder die Augen öffnet? Doch am schwierigsten finde ich den Punkt mit dem positiven Verlauf. Ich kenne Paare aus dem eigenen Freundes- bzw. Bekanntenkreis, die mir genau diese Dinge immer wieder erzählen. Man würde sich nicht so viel über Kleinigkeiten aufregen, die Zeit zusammen mehr genießen, sich mehr schätzen… Ich glaube eher, dass man sich einfach nicht traut, bestimmte Dinge anzusprechen und sie lieber verbirgt. Klar, man will ja auch kein Drama draus machen, wenn der andere gerade meilenweit weg ist und man keine Möglichkeit hat, ihm beim Erklärungsversuch in die Augen zu schauen und ihn in den Arm zu nehmen. Aber ist Schweigen und Runterschlucken dann der richtige Weg? Macht es das Ganze nicht irgendwann viel schlimmer? Wenn ich mir vorstelle, dass ich alle Zweifel, Dinge, die mich vielleicht in dem Moment verunsicherten, nicht anspreche, weil ich Rücksicht auf die Distanz nehmen möchte / muss… wann kommt der Punkt, an dem das Fass überläuft, an dem mich die Zweifel überrollen? Verpasse ich dadurch nicht die Chance zu lernen, wie ich mit meinem Partner auf eine anständige und respektvolle Art und Weise Differenzen ausräume und Distanzen besiege? Scheitern Fernbeziehungen vielleicht deshalb so häufig, wenn die Ferne überwunden wird? Weil sie es vorher nicht gelernt haben und jetzt überfordert sind?